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Ich lehne mich mal weit aus dem Fenster und behaupte: jeder von euch hat doch mindestens eins, normalerweise aber ein paar Autos, die man einfach vergöttert. Autos, die man seit seiner Kindheit anhimmelt, die man wohl schon dutzendfach in seinen Träumen bewegen durfte, die man eben einfach mal gefahren haben muss. Und, habe ich Recht? Wer das nun mit „nein“ beantwortet, ist wohl auch kein echter Petrolhead 😉 Weil ich nun ja auch dabei bin, mir einend dieser automobilen Träume zu verwirklichen, getreu dem Motto „Träume wagen“, kam ich darauf, euch mal meine „Must haves“ vorzustellen.

Ja, jedes dieser Autos ist für mich eine Ikone, eine Legende. Ich würde wohl jedes Mal Pipi in den Augen haben, wenn ich einen davon einmal fahren dürfte. Manche davon sind sicher ganz nachvollziehbar „einfach legendär“, manche wohl nur in meiner Wahrnehmung etwas besonderes. Aber das ist ja auch völlig in Ordnung – schließlich soll ja jeder seine eigenen Träume haben.. Aber fangen wir nun mal an mit meinen (passend zur Wolke 7) sieben automobilen Highlights:

Porsche 911 Carrera 2.7 RS

Porsche 911 Carrera 2.7 RS

Logisch, wer kann dieses Auto nicht lieben? Einer der schönsten jemals gebauten Porsche. Dabei radikal, pur, echt und einfach nur eine traumhafte Schönheit. Dazu ein schön fleißig röchelnder luftgekühlter Sechszylinder-Boxermotor, der willig bis 7.000 Umdrehungen geht, um mit maximal 154 kW (210 PS) die gerade einmal 963 Kilogramm in Bewegung zu setzen. Das Auto löst bei mir einfach ganz große Gefühle aus. Ein purer, reiner Porsche eben.

Ferrari Testarossa / 512 TR

Ferrari Testarossa
Foto von „Bobo Boom“ @ flickr

Ich bleibe der Zeit treu, wie es scheint: der Ferrari Testarossa wusste mich schon immer zu beeindrucken. Dieses extrem breit ausufernde, keilförmige Heck, die gigantischen Lufteinlässe mit horizontal verlaufenden Streben. Das Design führt sich auch in der Motorraumabdeckung fort: schwarze Gitterstreben mit einer massiven, roten Erhebung in der Mitte der Haube. Dazu auch über die gesamte Heckbreite entlang der Scheinwerfer die schwarzen Streben. Ein Styling, wie man es bis heute kaum wieder gesehen hat. Gerade in der überarbeiteten Version, 512 TR, wurde der Testarossa von vorne noch gefälliger. Unter der Haube werkelt bei dem Mittelmotorsportwagen ein 4,9-Liter-V12 mit roten Zylinderkopfabdeckungen – Testa rossa, roter Kopf. Warum ausgerechnet auch noch der 512 TR? Der letzte Testarossa, der 512 M, kam schon aus Gründen des Fußgängerschutzes nicht mehr mit Klappscheinwerfern. Und das hat das Design des Testarossa nachhaltig gestört. Einen 512 TR einmal selbst fahren? Ja, das wäre ein dickes Ding!

Und ja, mir ist bewusst, dass so ein Ferrari, insbesondere noch so ein Testarossa ein rollendes Geldgrab ist, zumindest wenn man vorhaben sollte, das Auto auch tatsächlich zu fahren und nicht zur Werkstatt zu schieben. Egal: ein wunderschönes Auto!

Ferrari F355

Ferrari F355
Ferrari F355 – Foto von „Eddy Clio“ @ flickr

Ja, wieder ein Ferrari. Der F355 hat in mir ein inniges Feuer der Leidenschaft entfacht. Traumhafte Linienführungen und dazu wohl einer der ersten Ferrari, der überhaupt technisch auf dem Stand der Zeit war und auch in Sachen Qualität mit der Konkurrenz mithalten konnte. Trotzdem blieb er eben ein Ferrari mit all seinen Macken und Mängeln. Macht aber nichts, denn die Formensprache ist phänomenal. Man muss einmal hinter dem Auto gestanden haben, um die Proportionen so wirklich wahrzunehmen. Dazu ein hochdrehender V8 mit Fünfventiltechnik und in der F1 Version ein sequentielles Getriebe mit Schaltwippen – ein echtes Novum zu dieser Zeit. Einfach ein Traum, das Auto. Wer sich den Traum verwirklichen will, findet bei Sport Auto ein paar gute Tipps zum Gebrauchtwagenkauf des F355. Und wer einen bereits sein Eigen nennen sollte und mich einmal eine Runde fahren lassen möchte – nur zu! 🙂

Lancia Delta Integrale Evoluzione

Lancia Delta HF Integrale Evo
Lancia Delta HF Integrale Evo – Foto von Tony Harrison @ flickr

Wir bleiben in Italien. Aber muss ich zum Delta Integrale Evoluzione überhaupt noch etwas sagen? Der Delta Integrale ist einfach King. Schluss und aus! Eine kompakte Rallyelegende mit Allradantrieb und einem phänomenalen äußeren Auftritt. Extra breite Kotflügel, aggressiver Look. Der Delta ist für mich eines DER Autos schlechthin. Auch ein Italiener mit launischem Charakter, aber auf der Piste war er der König. In den Gebrauchtwagenbörsen ist er das auch: vor einigen Jahren zogen die Preise ordentlich an. Wer jetzt so einen Delta in der Garage stehen hat, dürfte sich über das Schätzchen als Geldanlage freuen. Aber ganz ehrlich: den wieder zu verkaufen – dafür ist er einfach viel zu schade!

Triumph Spitfire

Triumph Spitfire
Triumph Spitfire – Foto von „Thomas“ @ flickr

Ein echter, puristischer Engländer. Und wohl auch eines der Autos, bei denen der Spruch „Gott bewahr‘ vor Sturm und Wind – und Autos, die aus England sind“ zutrifft, wie bei kaum einem zweiten. Ein schlimmes Auto, ohne Frage. Qualität und Fertigung würden wohl betrunkene Vierjährige besser hinkriegen und das Fahrverhalten ist wohl nur als katastrophal zu beschreiben: dank Pendelachse-bedingtem Ausfedern bei hohen Querbeschleunigungen, neigte der Spitfire zum nahezu unkontrollierbaren Untersteuern. Was soll’s, ich finde den Spitfire wunderschön und er steht einfach so unglaublich perfekt für den Geist leichter und puristischer Roadster – muss ich einfach mal fahren!

Lotus Esprit V8

Lotus Esprit V8
Lotus Esprit V8 – Foto von „Dave 7“ @ flickr

Auch ein schöner Klassiker und er war sogar tatsächlich schon Bond-Auto. Das war allerdings der Esprit S2. Der V8 kam erst Mitte der Neunziger. Während ich das nun so alles schreibe, merke ich, dass wohl genau diese Zeit in Sachen Automobile für mich besonders prägend war – verständlich, es war eben meine Kindheit und den meisten dürften wohl die Autos besonders im Gedächtnis geblieben sein, vor denen man als Kind mit ganz großen Augen stand. Wie dem auch sei – der Esprit V8… rawr! Einfach ein schönes Auto und dann auch noch 3,5-Liter-Biturbo-V8 – Herz, was willst du mehr? 260 kW (354 PS) bei 400 NM Drehmoment im Angriff auf 1.324 kg Lebendgewicht, das versprach ordentliche Fahrleistungen. Und woran merkt man, dass der Esprit eben ein echter Lotus ist? An seiner geringen Höhe von gerade einmal 1,12 m.

Mercedes-Benz 300 SL

Mercedes-Benz 300 SL
Mercedes Benz 300 SL – Foto von „Jack Snell“ @ flickr

Das Auto dürfte wohl bei jedem Petrolhead auf dieser Liste stehen. Der 300 SL Gullwing – der echte Flügeltürer. Eine Legende. Schön, elegant und mit einer Höchstgeschwindigkeit von 235 km/h schon damals im Jahr 1954 ein extrem schnelles Fahrzeug. Ganz klar muss so ein 300er übrigens ein Coupé sein, das Cabrio ist nett, raubt dem Auto aber auch seinen besonderen Charme. Finde ich zumindest. Aber ich bin ohnehin kein Fan von Cabrios zu denen es auch ein Coupé gibt. Ein solches Schätzchen zu besitzen, da darf man sich schon sehr glücklich schätzen. Einmal zu fahren würde mir aber schon reichen – in der Hoffnung, dass ich das 600.000 € teure Schmuckstück dann nicht auf der Landstraße um seine Hochachse schmeiße. Soll ja schon mal vorkommen..

Und eure sieben Traumwagen?

Das war es auch schon. Ich glaube, man merkt eines: ich war nie ein Fan von Supersportwagen. Sonst wäre hier sicher auch ein Porsche 959 oder ein Ferrari F50 dabei. Aber nein, die genannten Autos begeistern mich allesamt sehr viel mehr. Es gibt aber natürlich immer noch so einige mehr, die ich gerne fahren würde. Ganz speziell hatte ich meine Schwierigkeiten, den 911 Turbo 993 aus dem Ranking zu kicken. Der erste ’11er mit Allradantrieb und überhaupt eine der schönsten Elfer-Baureihen. Oder der Jaguar E-Type. Oder eine C3 Sting Ray. Oder … ach, ihr merkt schon, da gibt es noch ganz andere Autos. Aber wenn ich mich festlegen müsste und nur sieben dieser „meiner“ Traumautos jemals fahren dürfte – ich glaube diese sieben wären es. Welche sieben wären es bei euch?


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Sebastian
Autor

Gründer und überwiegender Texter hinter passion:driving. Leidenschaftlicher Car-Nerd, immer auf der Suche nach dem Rande des Kammschen Kreises und viel zu häufig auf irgendwelchen Rennstrecken unterwegs. Anglophil veranlagt, liebt britische Sportwagen und fährt eine Lotus Elise S1, um das eigene, eher nachteilige, Leistungsgewicht wieder auszugleichen. Neben passion:driving schreibt er als freier Autojournalist (Mitglied im Verband der Motorjournalisten) auch für die heise autos und andere Publikationen.

2 Kommentare

  1. Hallo Zusammen…
    2 Meiner 7 Traumwagen besitze ich aktuell bereits: einen 88er VW T3 Syncro in Expeditionsausstattung und mein Erdbeerkörbchen, ein 90er Golf 1 Cabrio der der 2. Generation.
    Ich denke da auch bei meinen weiteren 5 Fahrzeugen eher etwas abstrakt, so ist Nummer 3 ein AM General Hummer, und ich meine nicht die „Ami – Proll Monster Variante“ sondern den klassischen Armee HumVeh. Damit mal durchs Gelände… Hach…

    Als 4. sei genannt der Porsche 993 Turbo aus 1996, am liebsten in Schwarz… Ein wahrer Traum. Ich bin mal einen 996 GT3 gefahren und habe ne satte 8:41 auf die Nordschleife gezimmert, allerdings fehlte mir das Puristische. Der Porsche 993 ist unter den 911er rein Optisch noch in meinem 80er behafteten Gedankengut grade noch vertretbar, alles was danach erst mal kam, war in meinen Augen keine Hommage an den 911er sondern nur eine Ähnliche Karosse.

    Nr. 5 lebt! Zumindest in meinen Augen tut er es, der DeLorean… Zurück in die Zukunft damit… Will ich unbedingt mal fahren.

    Nummer 6, ein definitiver Klassiker in meinen Augen und absolutes „Must-Have“ für jeden Petrol-Head ist der Dodge Charger aus der Serie „Ein Duke kommt selten allein“… General Lee…

    und last but not least ein künftiger Klassiker der aktuellen Zeit, der Dodge RAM 6,7 HEMI… GEILE KARRE!!! Steht grad just in diesem Moment wieder mal neben mir als Feuerwehrauto am Nürburgring und ich danke Gott und Heinz Domagalla von der E-Unit, dass er mir diesen Anblick gönnt!! Ich persönlich würde jedoch die OffRoad Variante mit großen Blockreifen, Höherlegung, Aggressiver Rammschutzoptik und ner Batterie an Scheinwerfern bevorzugen…

    • Sebastian

      Da sieht man schön: Geschmäcker sind eben verschieden, aber einige Perlen hast du da auch aus meiner Sicht dabei! 🙂 General Lee ist natürlich auch ganz weit vorne dabei!

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