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Lange hat Audi uns jetzt schon angefixt mit einem Teaser hier, einem Teaser dort und noch ein Video hier. Jetzt ist es endlich soweit: der Audi TT und die derzeitige sportliche Speerspitze, der Audi TTS, haben in Genf ihre Hüllen fallen lassen und ich habe es mir natürlich nicht nehmen lassen, für euch die ersten Eindrücke aufzuschnappen und hier zu präsentieren.

Neuer Audi TT / Audi TTS in Genf 2014

Das neue Cockpit des Audi TT gab es ja bereits auf der CES in Las Vegas Anfang des Jahres zu sehen: futuristisch geht es zu. Denn im neuen Audi TT ersetzt ein großes Display die analogen Anzeigen des Kombiinstrumentes. Das Display zeigt einerseits klassische Informationen, wie Geschwindigkeit und Drehzahl an, aber darüberhinaus auch nahezu beliebige weitere Informationen, wie auch die Kartendarstellung des Navigationssystems. Damit einher geht ein deutlich aufgeräumteres Armaturenbrett, das sich insbesondere durch seine gewitzte Klima- und Lüftungssteuerung auszeichnet. Denn statt separaten Drehreglern für die Klimaautomatik zur Steuerung von Temperatur und Gebläsestufe, sind diese nun direkt in die Lüftungsdüsen integriert. Das sieht cool aus, fasst sich gut an und geht intuitiv von der Hand.

Neuer Audi TT / Audi TTS in Genf 2014

Kommen wir nun zu dem, was wir noch nicht kannten, nämlich das finale Aussehen des neuen TT und des TTS. Und das ist, wie zu erwarten war, eher eine behutsame Evolution des bisherigen TT-Designs. Die Revolution bleibt aus. Viele Leute werden das mögen, ich finde es schade. Fraglos hat Audi vor Jahren mit der Einführung des Single-Frame-Grill neue Maßstäbe in Sachen Design gesetzt und auch heute noch sieht das Design gut aus, es ist schlicht, lebt eher von feinen Details auf den zweiten Blick und kann vor allem mit einer Zeitlosigkeit glänzen, die andere Hersteller gewollt oder ungewollt nicht bieten können. Und doch hätte meiner Ansicht nach eine etwas radikalere Neuinterpretation des bekannten Audi-Designs gut getan. Auch innerhalb des „Grunddesign“ und der klassischen TT-Form wäre eine radikalere Interpretation machbar gewesen.

Neuer Audi TT / Audi TTS in Genf 2014

Dennoch, Fortschritte beim Design gibt es: so wirkt der neue TT insgesamt nun deutlich flacher und gestreckter. Die Frontscheinwerfer sind ebenso flacher geworden und bieten auch die Möglichkeit, als Matrix-LED-Scheinwerfer bestellt zu werden, wie wir sie bisher aus dem neuen Audi A8 kannten. Mit der neuen, flacheren Front wirkt der neue TT noch weniger kugelig, als die 2. Generation und auch er lebt wieder von einer kräftig ausgeformten Schulter.

Neuer Audi TT / Audi TTS in Genf 2014

Da der neue Audi TT nun auch auf dem modularen Querbaukasten (MQB) aufbaut, wie auch bereits der aktuelle Audi A3 (8V) und der VW Golf VII, kann sich das Ingolstädter Coupé über ein um bis zu 90 kg verringertes Gewicht freuen. Auch bei den Motoren bleibt es bei der bekannten VW-Konzern-Hausmannskost: bei den Benzinern macht der 2.0 TFSI in der Variante mit 169 kW (230 PS) den Anfang. Das reicht, um den TT in Verbindung mit der Sechsgang S tronic und quattro-Allradantrieb in 5,3 Sekunden auf 100 km/h zu beschleunigen. Die handgeschaltete Version benötigt hierfür 6 Sekunden. 370 NM Drehmoment liegen hierfür zwischen 1.600 und 4.300 Umdrehungen an. Der Vortrieb endet damit dann bei 250 km/h Spitze. Den Audi TT wird es zudem auch mit einem 2.0 TDI geben, aber das will eh kein Mensch Petrolhead, daher für den Durchschnittsdeutschen die wichtigsten Infos: 135 kW (184PS) , 380 Nm Drehmoment, nagelnd untermalte 7,2 Sekunden von 0 auf 100 km/h  235 km/h Vmax. Der schwäbische Geldbeutel freut sich dann über 4,2 Liter pro 100 km.

Neuer Audi TT / Audi TTS in Genf 2014

Neben dem TT hat Audi – für mich ein wenig überraschend – auch schon gleich den TTS vorgestellt. Der hat die klassischen S-Line Zutaten, wie die silbernen Außenspiegel, chromfarbiger Doppelspeichengrill und und und. Darin steckt der 2.0 TFSI Motor, der auch im Audi S3 zum Einsatz kommt. Im Audi TTS leistet der Kandidat stramme 228 kW (310 PS), knallt in 4.7 Sekunden auf 100 km/h und schiebt mit 380 NM Drehmoment zwischen 1.800 und 5.700 Umdrehungen an.

Neuer Audi TT / Audi TTS in Genf 2014

Er kommt also, der neue Audi TT. Das „Gschmäckle“ bleibt: die Revolution bleibt aus. Das Design hat nur einen seichten Umschwung erfahren und mit dem Umzug auf die MQB-Plattform darf man sich bei Audi zwar über Synergieeffekte freuen, es bleibt aber die Befürchtung, damit „nur noch“ eine weitere Karosserievariante des A3 zu erleben. Das wird sich aber natürlich erst zeigen, nachdem genauere Infos über den genauen Aufbau bekannt sind und – sicher das – man das Fahrzeug das erste Mal bewegt hat. Vielleicht überrascht uns Audi ja zukünftig mit einer schärferen und agileren Abstimmung. Wirklich neues gibt es beim TT vor allem im Innenraum mit dem neuen Bedienkonzept, sowie dem großen Display anstelle eines Kombiinstrumentes – alleine daher darf man sich auf den ersten Kontakt freuen.

Die Markteinführung des neuen Audi TT und Audi TTS soll im Herbst sein.

Test: sb
Bilder: Tobias Hiel / Audi


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Sebastian
Autor

Gründer und überwiegender Texter hinter passion:driving. Leidenschaftlicher Car-Nerd, immer auf der Suche nach dem Rande des Kammschen Kreises und viel zu häufig auf irgendwelchen Rennstrecken unterwegs. Anglophil veranlagt, liebt britische Sportwagen und fährt eine Lotus Elise S1, um das eigene, eher nachteilige, Leistungsgewicht wieder auszugleichen. Neben passion:driving schreibt er als freier Autojournalist (Mitglied im Verband der Motorjournalisten) auch für die heise autos und andere Publikationen.

15 Kommentare

  1. Guten Tag,

    was das Armaturenbrett angeht, bin ich beeindruckt, sehr gut gelungen und sehr aufgeräumt. Ich mag das wenn es weniger Knöpfe sind und nicht zu zu viel Spielkram im Cockpit. Auch das geringere Gewicht hat nur Vorteile in meinen Augen. Aber das Design der Front, lässt mich erschaudern, einfach nicht gelungen. Gefällt mir eindeutig nicht, aber so etwas ist ja immer Geschmacksache, meinen trifft es nicht.

    Gruß
    Klaus

  2. Pingback: Weltpremiere in der Audi City Berlin: Das neue Audi TT Coupé | autoaid.de blog

  3. Dirk Zimmermann Antworten

    Irgendwie beschleicht mich immer mehr der Eindruck, dass VW/Audi ein massives Getriebeproblem haben. Zeigt sich bei den 2Liter TFSI sehr gut… alles bis zur Schallmauer 380 Nm, dann ist Schicht. Das Drehmoment beim TTS ist wahrscheinlich elektronisch limitiert, denn bei dem Sprung in der Leistung zum TT müsste deutlich mehr Drehmoment kommen. Macht doch bitte damit mal einen Beitrag, wäre mal echt interessant!

    • Sebastian

      Danke für den Hinweis! Es bleibt tatsächlich die spannende Frage: warum nur bis 380 NM? Konstruktionsbedingt ist klar: das Doppelkupplungsgetriebe mit den trocken laufenden Kupplungen kann nicht so viel Drehmoment verkraften. Warum also nicht das ebenfalls vorhandene DSG mit im Ölbad laufenden Kupplungen verwenden, welches auch höhere Drehmomente aushält? Letzteres ist bisher meines Wissens nur als Sechsgang-Version verfügbar (zumindest in der für MQB benötigten Größe), was wiederum den NEFZ-Verbrauchswert negativ beeinflussen würde. Ist es also am Ende eventuell nur eine einfache Kosten-/NEFZ-Rechnung?

      Dazu kommt, dass die TFSI-Motoren allesamt ja von der Charakteristik her ohnehin sehr an einen Sauger angelehnt sind und es daher gar nicht viel Drehmoment braucht. Aber die Frage ist interessant, ich werde mal schauen, was ich herausfinden kann!

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