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SUV

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Man mag sich fragen, warum die Fahrveranstaltung für den neuen Audi Q5 (der intern auf die Bezeichnung FY hört) denn unbedingt in Mexiko sein muss. Soviel ist dabei schon mal klar: zumindest die USA konnte es (entgegen des ursprünglichen Plans) nicht sein, denn aufgrund gewisser Verstimmungen zwischen den dortigen Zulassungsbehörden und dem VW Konzern im Allgemeinen und Audi im ganz speziellen, verweigerte man den Vorserienfahrzeugen eine Zulassung. Doch einen SUV, der insbesondere auf dem Amerikanischen Markt populär ist in einer Region vorzustellen, in der es auf etliche hundert Quadratkilometer gerade 2 Straßen gibt und der Rest aus Schotter- und Sandpisten besteht, ist doch eigentlich gar nicht so verkehrt – erst Recht nicht, wenn dieses SUV sogar in Mexiko gebaut wird.

Lücken-Füllen ist derzeit angesagt, sehr angesagt. BMW zeigte mit dem X6, dass SUVs in Coupé-Form durchaus Abnehmer finden können und schob eine Generation später auch einen kleinen Ableger nach, den X4. Mercedes, die sich gerade jeder noch so kleinen Nische zu bedienen scheinen, konnten da natürlich nicht lange abwarten und zogen nach. Erst mit dem GLE Coupé, welches dem X6 entgegentreten soll, nun mit dem GLC Coupé, welches dem X4 Beine machen soll. Und genau den bin ich gefahren.

Als Motorjournalist und -Blogger ist man viel zu oft versucht, Artikel nach dem Schema „Dinge, die man nicht braucht“ einzuleiten. SUVs, beispielsweise, sind ziemlich unnötig. Verschmelzung verschiedener Fahrzeugklassen – sehr unnötig. Das passt natürlich zur Polemik vieler Autoren in den Kommentarspalten gängiger Magazine und Portale: „Wer braucht schon so viel Leistung?!“ schreiben sie dort alle, wenn das beschriebene Auto mehr Leistung hat, als das eigene oder der Carsharing-Karren, mit dem man sich durch den Stadtverkehr quält. Ich lasse mich selbst oft genug auf diese Form der Polemik ein – außer es geht um Leistung. Davon kann man nie genug haben. Und dann steht ausgerechnet dieses Auto vor mir: das Range Rover Evoque Cabrio. Ein SUV-Cabrio. Mal im Ernst: wer braucht denn sowas?!

Was wird Audi gerne kritisiert, dass sich die Autos gleichen wie ein Ei dem anderen. Unter dem Titel „The little Copy Shop“ hatte Bjoern gar ein Teserbildchen von Audi „überarbeitet“. Und dann, während in Stuttgart eine Limousine der anderen zum verwechseln ähnlich gemacht und die gesamte Designsprache auf Schema F eingestampft wird, kommen die Ingolstädter und: machen’s einfach anders, trauen sich was. Vorhang auf für den neuen Audi Q2.

Nein, ich bin immer noch kein Freund von SUVs. Wenn sie auch noch so gut klingen – wie der RS Q3 – und wenn sie auch noch so gut quer gehen. Wie kürzlich der Range Rover Sport SVR (dessen Text hier nächste Woche folgt). Aber es ist auch völlig unerheblich, was wir Motorjournalisten und Auto-Blogger uns den Mund über sinnlose Fahrzeugkonzepte fusselig reden. Solange man nur lang genug in diesem Geschäft ist, hat man ohnehin keine Ahnung mehr von der wirklichen Käuferwelt da draußen. Und die sieht eben so aus: SUV wird gebaut, SUV wird gekauft. Wenn’s dann noch so fein ist, wie der neue Audi Q7, soll uns das doch gerade recht sein.