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Zwei Wochen habe ich den Honda Insight jetzt und habe in der Zeit natürlich auch ein paar Leute ins Auto gesetzt, um ein wenig Fang auf verschiedene Meinungen zum Auto zu machen. Dabei sind viele verschiedene Meinungen bei herausgekommen und ich konnte viele Eindrücke sammeln. Was das so ist, was manche im Insight als störend empfinden und was anderen total gut gefällt – das könnt ihr nun lesen 🙂

Honda Insight Aussenansicht

Außendesign

Nun, Design ist ja immer eine starke Geschmackssache. Bei manchen Leuten kommt ein Design an, welches andere abgrundtief hassen. Dann gibt es Designs, die sind so weichgespült, mit denen kann sich sowieso jeder anfreunden (wenn auch nicht dafür begeistern). Und der Insight? Wo ist der da nun einzuordnen? Ehrlich gesagt: ich weiß es nicht. Als ich den Insight in Empfang genommen habe, dachte ich, das Design wird die erstere Kategorie treffen: manche werden ihn hassen, andere lieben. Aber irgendwie ist es nichts davon.. Fangen wir vielleicht vorne an: dort schwanken die Stimmen zwischen „sieht echt richtig gut aus“ und „ja, ist ok – aber könnte aufregender sein“. Beim Heck geht die Tendenz hingegen etwas stärker in die negative Richtung. Das typische Hybrid-Fließheck stößt nicht bei vielen Menschen auf Anklang. Wirklich begeisterte positive Stimmen konnte ich hierzu keine einfangen. Interessant: Mareike – 28, Grafikdesignerin – merkte an, das Design stehe irgendwo zwischen „sportlicher Flitzer und Familienauto“. Gut erkannt, genau das war nämlich wohl Hondas Ziel: ein Auto zu schaffen, das sportlich aussieht, familiäre Attribute vertritt und klar das Saubermann-Image nach außen trägt. Mareike gefiel diese weiche Mischung aber nicht so ganz und fehlte da ein wenig die Konsequenz.

Honda Insight Innenraum

Innenraum, Materialien und Co.

Im Innenraum war der Tenor dann schon sehr viel positiver: allem voran wusste die hochwertige Anmutung aller Materialien zu gefallen. Mir persönlich gefiel etwa das Kunststoff im Leder-Look auf der Armaturenbrettverkleidung sehr gut. Marius von wirecurl.com hat allerdings den Materialmix kritisiert: Lederlook oben, Echtleder auf den Sitzen, schwarzer Wurzelholzlook in den Türen, Klavierlack um das Navi, schwarz geriffeltes Kunststoff zwischen Klavierlack und Navi und genoppter Kunststoff um den Instrumententräger herum. War’s das? Ja.. ich glaube, ich habe nichts vergessen. Ach halt.. da wären ja noch die silbernen Kunststoffeinlagen im Alu-Look über dem Handschuhfach. Ihr seht schon.. das sind durchaus einige Materialen. Ehrlich gesagt – mir fällt das kaum auf, dem versierten Auge aber wohl schon.

Die Haptik aller Schalter und Instrumente ist durchweg positiv aufgenommen worden. Vor allem das satte Schließgeräusch der Türen lässt das Auto gefühlt in der Premumklasse fahren. Auch Ablagefächer gibt es an allen Ecken und Enden – durchdachte noch dazu. Der Insight hat sogar einen integrierten Bonbon-Spender – oder wie der Kölner sagen würde: Klömpschespender. Glaubt ihr nicht? Na seht selbst!

Honda Insight - jetzt mit Klömpschespender

Instrumente, Bedienung etc.

Honda Insight - zuviel des guten oder "echt cool"?
Honda Insight – zuviel des guten oder „echt cool“?

Ganz kurz: mir gefallen die Instrumente im Insight. Mir gefällt das stylisch verspielte, die Ansätze zur Gamification (dazu noch mehr im nächsten Artikel). Auch die Farbgebung und das futuristische Styling kam bei fast allen befragten gut an. Fast? Ja, fast. Es gab auch Leute, denen das alles zu bunt wurde. Ein grafisch geschultes Auto merkte an: „hier blau, dort rot, da grün, da türkis, da das Logo – mir ist das echt zuviel, das würde mich Nachts irritieren“. Durchaus nachvollziehbar. Ebenso, wie die von manchen Personen bemängelte Flut an Knöpfchen am und ums (hervorragend aussehende) Lenkrad. Für versierte Autotester kein Problem, auch nicht, wenn man sich mal einige Minuten Zeit nimmt. Wenn man sich aber „nur mal schnell“ reinsetzt, durchaus eine ganze Menge an Schaltern und Tastern. Zudem sind die Schalter für den Bordcomputer ein wenig unangenehm erreichbar. Darius – 30 Jahre, UI Softwareentwickler – war sehr angetan von der Klimasteuerung. Das zentrierte Drehrädchen und die herum angeordneten Bedienelemente gefielen ihm sehr gut.

Bei allen Personen haben Navi- und Multimediasystem Kritik einstecken müssen: wie schon im vorigen Artikel erwähnt, passt die farblich unschöne Pixelgrafik nicht zum Auto. Außerdem liegt das Navi recht weit außen und ist gefühlt zu schwach zum Fahrer geneigt. Ist man im Audiowiedergabe-Modus, kann man zwischen zwei Visualisierungen wählen, die mit 1-2 Aktualisierungen pro Sekunde ungefähr so flüssig animiert sind, wie ein PC Spiel der 80er und damit von einer netten Spielerei zu einem nervig anzusehenden Pixel-Geschubse wird. Nett ist noch die Funktion, die Farbgebung der Dialoge und Menüelemente festlegen zu können – retten kann das das Multimediasystem aber auch nicht mehr. Dahingegen funktioniert die Musikwiedergabe hervorragend: verschiedene USB Sticks mit MP3, AAC und WMA Dateien – alles wurde fehlerfrei abgespielt und binnen Sekunden indiziert. Zudem kann man übersichtlich nach Ordnern über das Medium navigieren und eine Zufallswiedergabe über das gesamte Medium machen. So muss das sein! An dieser Stelle auch sehr durchdacht: der USB Anschluss liegt in der Armlehne und ist dort an einem Kabel angebracht. Das ermöglich viel Flexibilität und bedeutet wenig Fummelei beim Anschließen. Damit das Kabel – sollte mal nichts angeschlossen sein – nicht im Fach herumklappert, gibt es extra eine Fixierung – smarte Lösung, wie ich finde.

Platzangebot und Übersichtlichkeit

Das Platzangebot wurde von allen (un)freiweilligen Testern als sehr gut bezeichnet. Sogar hinter einem für mich (1,89m) eingestellten Sitz fanden alle noch bequem Platz. Auch die Kopffreiheit war nicht eingeschränkt. „Und der Kofferraum?“ fragt ihr? Nun.. ja, ein Kofferraum. Es passt der Einkauf eines 2-Personen Haushaltes rein – das verwundert wenig. Auch meine Freundin passt rein – auch das wundert (wer sie kennt) wenig. Also ja – Platz ist da, man kann sogar den Ladeboden absenken. Ansonsten müsst ihr aber wohl warten, bis der Jens den Insight mal in die Finger kriegt und einen ganzen Familienhaushaltseinkauf damit erledigt 😉

Platz? Kein Problem, da passt sogar ein ganzer Autoblogger drauf!
Platz? Kein Problem, da passt sogar ein ganzer Autoblogger drauf!

Gelobt wurde von fast allen Leuten übrigens das Fenster zwischen Spiegeldreieck und A-Säule. Der Blick nach hinten wird durch die breite C-Säule und dem Heckspoiler recht stark eingeschränkt – dank (optionaler) Rückfahrkamera war auch das aber nie ein Problem.

Nun denn… ihr seht, ganz viele Meinungen und ganz viele Eindrücke. Ich hoffe, ihr konntet euch damit ebenfalls ein Bild machen, wie es sich im Insight so „sitzt“. Alles weitere – wie es sich nun fährt, wie meine Eindrücke waren, was ich gut fand, was mich gestört hat – das lest ihr dann im Laufe der Woche im letzten Blogpost zum Insight, denn der geht am Dienstag wieder zurück nach Offenbach, zu Honda Deutschland 🙂

Bis dahin sind Fragen, Feedback und Anregungen in den Kommentaren herzlich willkommen!


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Sebastian
Autor

Gründer und überwiegender Texter hinter passion:driving. Leidenschaftlicher Car-Nerd, immer auf der Suche nach dem Rande des Kammschen Kreises und viel zu häufig auf irgendwelchen Rennstrecken unterwegs. Anglophil veranlagt, liebt britische Sportwagen und fährt eine Lotus Elise S1, um das eigene, eher nachteilige, Leistungsgewicht wieder auszugleichen. Neben passion:driving schreibt er als freier Autojournalist (Mitglied im Verband der Motorjournalisten) auch für die heise autos und andere Publikationen.

6 Kommentare

  1. Hallo Sebatian,
    mich wundert gerade, dass das kleine Fenster vor der A-Säule so gut ankommt. Mich persönlich haben die kleinen Dreiecke immer gestört – und tun das noch immer. Wie sieht es denn da mit der Sicht nach schräg vorn aus? Ich kenne das vom Mitsubishi Colt, dass A-Säule in Kombination mit dem Steg, der das kleine Fenster von der Seitenscheibe trennt, meine Sicht beträchtlich einschränkte. Bei Rechts-vor-links-Situationen etwa musste ich auf dem Fahrersitz immer vor und zurückwippen, um die Straße zur Gänze einsehen zu können. Wie ist das im Insight?

    • Sebastian
      Sebastian Antworten

      Hi Mario,

      in der Tat, hat mich auch etwas verwundert, weil ich meistens auch nur Kritik zu solchen Fenstern gehört habe. Ich bin da selbst relativ emotionslos. Aber beim Insight ist die Sicht da eigentlich nicht eingeschränkt, man sitzt relativ weit hinter der A-Säule und hat dadurch durchgehend ein ziemlich gutes Sichtfeld – zumindest hatte ich keine Probleme.

        • Sebastian
          Sebastian Antworten

          Hehe 😀 Das kann sein 😉 Aber ich habe dadurch angeregt vorhin extra noch ein Foto gemacht, dass aus dem Fahrerblickwinkel nach vorne geht – siehst du dann in den nächsten Tagen 🙂

  2. Hallo Sebastian,

    hier mal ein Artikel, der, wie ich finde, sehr interessant ist.
    http://automobiles.honda.com/images/2013/fit-ev/downloads/AutomobileMagazine.pdf
    An diesem Artikel sieht man, dass Honda viel mehr tut, als man hier in Europa bzw. Deutschland wahrnimmt. Honda macht meiner Meinung nach nur zu wenig Werbung. Nachdem ich den Artikel gelesen habe, bekomme ich das Gefühl, dass die Deutschen Hersteller den Anschluss an die Entwicklung elektrischer Fahrzeuge verpassen. Honda geht den teuren Weg der Entwicklung über die Evolutionsstufe „Hybrid“. Das hat den Vorteil, man kann auf Erfahrungen im täglichen Gebrauch zurückgreifen und diese Daten bereits auswerten. Toyota macht es ähnlich. Das Elektroauto ist erst die letzte Evolutionsstufe, und die muss preislich erschwinglich sein. Bin auf deinen Tesla-Bericht gespannt…ein heißes Teil….

    Gruß
    Orkjäger1 😉

    http://automobiles.honda.com/images/2013/fit-ev/downloads/AutomobileMagazine.pdf

  3. Pingback: Der Relaxinator - Testfazit nach 2 Wochen Honda Insight | passion:driving

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