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Kalte Füße in Ingolstadt und der Audi R8 LMX mit Laserlicht

Mai 9, 2014 Neue Autos, Technik 17 Kommentare

Einen geschickten Schachzug vollziehen die Ingolstädter da. Fast schon ein wenig billig, aber Konkurrenz belebt eben das Geschäft: Audi hat heute überraschend ein Sondermodell für den R8 aus dem Hut gezaubert. Die Pressemitteilung zum Audi R8 LMX beginnt mit diesem Satz: „Audi ist führend bei der Entwicklung der automobilen Lichttechnologie.“ Gemeint ist die Laserlichttechnologie im LMX mit welcher Audi den Münchenern von BMW kurz auf knapp den Titel „Erstes Laserlichtserienfahrzeug“ vor der Nase wegschnappt.




Audi R8 LMX

Mit dem BWM i8 hat man nämlich das eigentlich erste Serienfahrzeug mit Laserlicht vorgestellt, kommen soll der i8 zwar schon im Sommer, die Auslieferungen mit Laserlicht werden sich aber bis in den Herbst ziehen. Dass dies der vermeintliche Vorreiter in Sachen Lichttechnik nicht auf sich sitzen lassen kann, war klar. So hat man bei Audi kräftig die Werbetrommel für den Le Mans einsatz gerührt. Hier nämlich soll der R18 e-tron quattro mit Laserlicht-Scheinwerfern starten. Aber offenbar reichte das nicht und die oberen Etagen dürften mächtig Druck ausgeübt haben, damit der Titel für das erste Laserlicht-Serienfahrzeug nicht verloren geht. Man hat kalte Füße bekommen und – so wirkt es – wenig liebevoll „mal eben“ ein Sondermodell für den R8 zusammengezimmert.

Laserlicht im BMW i8

Der Audi R8 LMX ist folglich mit einem Laser-Fernlicht ausgestattet. Das hat nicht nur eine deutlich höhere Reichweite, als ein Voll-LED-Fernlicht, sondern auch den Vorteil einer deutlich geringeren Streuung, was unter anderem im Nebel zu einem verringerten Blendeffekt führt. Ein paar PS gab’s auch obendrauf. Mit 419 kW (570 PS) darf der LMX noch einmal 10 nicht nennenswerte Pferdestärken mehr mit sich herumtragen, als der R8 GT. Und all das kurz bevor der aktuelle R8 schließlich in den Ruhestand geschickt wird und der Nachfolger schon seine letzten Abstimmungsrunden auf der Nordschleife dreht. Über den Titel „Serienmodell“ lässt sich angesichts der strengen Limitierung auf 99 Stück freilich auch streiten. Klar ist aber: außer bei einem Fahrzeug dieser Preisklasse und ohne den Status eines Sondermodells würde sich der Kostenaufwand einer übers Knie gebrochenen Laserlicht-Schnellschusslösung nicht durch den Kaufpreis refinanzieren lassen. Leitspruch war wohl: wir müssen die ersten sein, koste was es wolle. Und das tut es. Immerhin mindestens 210.000€ kostet dieser Schnellschuss der wohl das letzte Sondermodell des aktuellen R8 sein dürfte – fader Beigeschmack innerhalb der Automobilgeschichte inklusive.

Nein, so richtig will man den Ingolstädtern diesen Führungsanspruch dieses Mal nicht durchgehen lassen – da hilft auch nicht, dass der R8 LMX in der unbestreitbar schönen Individuallackierung „Arablau Kristalleffekt“ vom Band rollt. Schauen wir mal, wann Audi auf den Münchener Vorsprung durch Technik wieder Boden gut macht. Bestellbar ist der R8 LMX ab sofort, mit Verfügbarkeit „im Sommer“. Näheres nennt Audi nicht.