Gut, eigentlich habe ich über den in Peking gezeigten VW Golf R400 bisher geschwiegen. Warum? Er ist halt ein Showcar, eine Studie. Wird ja doch nicht gebaut. Falsch gedacht! Behauptet zumindest die Gerüchteküche – wenn man sie denn noch so nennen kann. Jetzt aber hat nämlich Heinz-Jakob Neusser, Leiter Forschung und Entwicklung bei VW gegenüber dem Car and Driver Magazin gesagt, der R400 solle in Produktion gehen!
Das wäre nicht nur aus meiner Sichtweise heraus eine kleine Überraschung, denn die Spezifikationen insbesondere der Antriebseinheit sind ziemlich beeindruckend: aus dem altbekannten 2-Liter-TFSI-Block quetschen die Ingenieure gewaltige 294 kW (400 PS)! Die meiste Leistung wird durch den Einsatz eines modifizierten Turboladers erzielt. Das Kurbelgehäuse wurde natürlich entsprechend verstärkt, um den hohen Druck standzuhalten und nicht beim ersten Ladedruckaufbau die Pleuel dem Fahrer durch die Haube hindurch zuwinken zu lassen.
Die 380 Nm Drehmoment des Serien-R werden um weitere 70 Nm auf 450 Nm gesteigert, Allrad-sei-Dank sollten Traktionsprobleme aber nicht zu befürchten sein. So gewappnet schnellt der Uber-Golf in nur 3,9 Sekunden auf 100 km/h. Mehr Auslauf gesteht man der Urgewalt auch noch zu, ganze 280 km/h schnell darf der Bock nun rennen.
Die gleiche Antriebseinheit wurde in Genf auch schon von Audi im TT quattro sport concept beworben und sorgte dabei für ein wenig Verwunderung. Denn das Showcar und der Motor kamen direkt von Audi, nicht von der quattro GmbH, konnten also kein Ausblick auf ein TT RS Modell sein. Dass jetzt VW wieder vorprescht und die Vorschusslorbeeren nun offenbar auch gleich mit einem Produktionsmodell abernten darf, erinnert ein wenig an den Audi A3 e-tron und den VW Golf GTE. Beim R400 dürften nun aber nicht nur die Ingolstädter Konzernkollegen, sondern auch ein paar Affalterbacher ein langes Gesicht machen: der Titel des weltstärksten Serienvierzylindermotor dürfte AMG dann nämlich wieder abgeben, sollte der R400 tatsächlich in Serie kommen. Die 360 PS aus 2 Litern Hubraum sind dann ein kurzer Rekord für die Geschichtsbücher.
Optisch lässt der VW Golf R400 sowieso nichts anbrennen: auffällig gestyled mit neonfarbenen Akzenten, mittig positionierter Doppelauspuffanlage mit einem Rohrdurchmesser von 11 (sic!) Zentimetern und einer 20 mm breiteren Karosse, trägt der R400 das Selbstbewusstsein eines Berlusconi an den Tag. Im Innenraum gibt es jede Menge Sichtcarbon und Alcantara.
Jetzt wisst ihr alle, dass ich alles andere als ein großer Golf-Fan bin – weder beim Sport, noch bei den Autos. Aber das Ding, dieser Golf R400 übersteigt meine kühnsten Vorstellungen. Zumal ich ihn, gerade auf Grund des TT quattro sport concept, als ein Showcar von vielen eingestuft hätte. Nun soll er also wirklich kommen? Warten wir es mal ab, aber wenn dem so ist, dann darf sich der A45 schon mal für eine neue Evolutionsstufe warmfahren.
Text: sb
Fotos: Volkswagen
22 Kommentare
Würde ich mir sofort bestellen die Möhre, wenn es Lotus nicht gäbe 😀
Würde ich mir auch bestellen.. wenn ich das Geld hätte.. keine Kinder.. und nicht 25.000 km im Jahre fahren würde.. 😀 Ist „Peking“ eigentlich out heutzutage? ^^
Da sagst Du was… vor lauter Beijing, Beijing, das ich so ständig in der englischen Presse lese, habe ich Peking schon ganz verdrängt 😉 Ich passe das mal an… 🙂
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#autobloggerVW Golf R400 soll in Serie gehen – wait… what?! http://t.co/CgPY1B8zWQ
Kriegst du Ihn zur Probe?
Das lässt sich jetzt, bevor der überhaupt gebaut wird, kaum sagen 😉
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