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Was wird Audi gerne kritisiert, dass sich die Autos gleichen wie ein Ei dem anderen. Unter dem Titel „The little Copy Shop“ hatte Bjoern gar ein Teserbildchen von Audi „überarbeitet“. Und dann, während in Stuttgart eine Limousine der anderen zum verwechseln ähnlich gemacht und die gesamte Designsprache auf Schema F eingestampft wird, kommen die Ingolstädter und: machen’s einfach anders, trauen sich was. Vorhang auf für den neuen Audi Q2.

Neuer Audi Q2

Zugegeben: so ganz hätte ich auch nicht mit einem so eigenständigen Design gerechnet. Und ja, natürlich bleibt der neue Q2 eindeutig als Audi erkennbar. Aber, viel wichtiger: er bleibt eindeutig als Q2 erkennbar. Verwechslungsgefahr nahezu ausgeschlossen. Dafür sorgt alleine schon die eigenständige Front. Dass uns die Pressemitteilung von 2 Ecken mehr im Kühlergrill erzählt (den es optional auch in schwarz-matt lackiert gibt), nun im „Oktagondesign“ daherkommt – geschenkt. Allein aber der kantige, breite Lufteinlass und die nach unten gezogenen Scheinwerfer heben den Q2 optisch von seinen Q-Geschwistern ab.

Optisch fast ein S-Modell

Die Seitenansicht: wuchtig und knackig. Eigentlich würde man da schon fast ein S oder RS Modell erwarten, so wuchtig und muskulös, wie er dasteht: kräftig ausgeformte Radhäuser, hochgezogene, breite Schulter und ein andersfarbiges „Blade“ an der C-Säule. Ganz ehrlich: wenn ich mir so anschaue, wie kräftig die Schulter nach hinten herausgearbeitet ist, fixt mich das Design schon ein wenig an. Allein schon die Vorstellung im Cockpit zu sitzen (das laut Pressemeldung eine tiefe Sitzposition verspricht) und über den Außenspiegel über diese breite Schulter schauen zu dürfen – wer liebt das denn nicht?

Richtig interessant wird es aber erst am Heck: denn so ein bisschen GLA versteckt sich da schon. Ob’s an der Form liegt, am Kompakt-SUV oder am eindeutig (für Audi) eigenständigen Scheinwerferdesign? Keine Ahnung. So oder so, dürften sich die Geister hier scheiden. Was ich aber durchaus gut finde: zu gefällig seien ja alle Audis und hier dürfte es endlich mal wieder ein wenig Kontroverse geben. Apropos kompakt: 4,19 Meter Länge, 1,51 Meter Höhe und 1,79 Meter breit ist der neue Q2.

MQB, MIB und: Daten-eSIM serienmäßig an Bord!

Technisch steckt unter dem Blechkleid natürlich die aktuellste Version des MQB, dem modularen Querbaukasten mit der aktuellsten Version des modularen Infotainmentbaukastens (ja, bei Audi bzw. im VW-Konzern liebt man Baukästen!). Neben dem optionalen Virtual Cockpit gibt es also ein MMI Touch inkl. Online-Dienste (Google Maps Kartendarstellung usw) und WLAN-Hotspot. Außerdem schlägt Audi (endlich!) erstmals den Weg ein, dass serienmäßig eine Daten-SIM-Karte, eine eSIM (fest verbaute, programmierbare SIM-Karte) inklusive ist. Das heißt: für die Nutzung dieser Services benötigt man keine separate SIM mehr und kann „in den meisten“ europäischen Ländern auch kostenlos roamen.

Auf der Liste der Assistenzen gibt es ebenso üppige Auswahl: serienmäßig gibt es den aktiven Gefahren- und Auffahrwarner „pre sense front“ inkl. Notbremsassistenten. Optional auch den adaptiven Abstandstempomaten, der auch bis zum Stillstand geht und dank Stauassistent auch wieder selbstständig anfährt, Spurhalteassistent, Parkassistent und mehr.

Q2 im Innenraum: Pop Art

Im Innenraum erinnert der Q2 dabei ein wenig an den Audi S1 und den neuen TT: viel Farbe, bunte Akzente und dazu das klare und aufgeräumte des TT – dank Virtual Cockpit vor allem. Ganz ehrlich: ein Platz zum Wohlfühlen!

Sechs Motoren stehen zu Beginn zur Auswahl: vom 1-Liter-Dreizylinder Diesel bis hin zu 2.0-Liter-TDI und TSI Motoren mit maximal 190 PS. Die beiden Topmotoren sind serienmäßig mit Allradantrieb unterwegs, Audi spricht im Pressematerial von „permanentem Allradantrieb“, was bedeuten würde, dass es keine Haldex-Lösung wäre. Das wäre tatsächlich sehr interessant und ungewöhnlich, aber ich werde das noch weiter verfolgen. Ansonsten ist eine Progressivlenkung mit variabler Übersetzung serienmäßig, adaptive Dämpfer gibt es gegen Aufpreis.

Lieferzeiten, Preise etc. für den neuen Q2

Zu den Preisen gibt es noch keine Informationen. Ausgehen dürfte man aber von einem unteren 20.000er-Betrag. Bestellbar ist der neue Audi Q2 ab Mitte des Jahres, die Auslieferungen beginnen im Herbst 2016.

Text: sb
Fotos: Werk


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Sebastian
Autor

Gründer und überwiegender Texter hinter passion:driving. Leidenschaftlicher Car-Nerd, immer auf der Suche nach dem Rande des Kammschen Kreises und viel zu häufig auf irgendwelchen Rennstrecken unterwegs. Anglophil veranlagt, liebt britische Sportwagen und fährt eine Lotus Elise S1, um das eigene, eher nachteilige, Leistungsgewicht wieder auszugleichen. Neben passion:driving schreibt er als freier Autojournalist (Mitglied im Verband der Motorjournalisten) auch für die heise autos und andere Publikationen.

47 Kommentare

  1. Er sieht aber richtig gut aus. Gerade in Gelb würde er mir gefallen. 🙂
    Wobei ich aber sagen muss, 190PS finde ich ein wenig wenig…

  2. Ich finde das Auto vom Aussehen her ziemlich schick und endlich mal eine Abweichung von den anderen Modellen. Das mochte ich bei Audi noch nie, dass sich die Autos immer sehr ähnlich sahen.

    Auf jeden Fall schickes Modell! 🙂

    LG

  3. Ich bin sehr gespannt auf den neuen Audi Q2. Denke das wird ein hervorragendes Fahrzeug und überlege mir einen zu kaufen, da mein momentanes Auto so langsam in die Jahre kommt und die ein oder andere Reparatur benötigt. Da ich über die anderen Q Modelle auch viel gutes gehört habe, bin ich bezüglich des neuen Q2 recht optimistisch. Einzig die recht geringe PS Zahl macht mich stutzig; sind 190 PS nicht ein bisschen wenig für ein solches Fahrzeug? Wäre um Antworten dankbar. LG

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