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Der Kia, von dem wir schon immer geträumt haben: Kia Stinger

Januar 9, 2017 Messen, Neue Autos 2 Kommentare

Sehen konnte man das Kia Stinger Concept schon auf diversen Messen. Dass daraus aber tatsächlich eine sportliche Limousine in Serienproduktion werden würde – Hand auf’s Herz: dran geglaubt hat eigentlich kaum jemand. Und plötzlich machen sie in Detroit doch Ernst: Während Hyundai also dieses Jahr in der Kompaktklasse den Hammer schwingen wird, macht die Konzernschwester im Umfeld von Audi S4 & Co auf dicke Hose.




Kia Stinger Sportlimousine

Und das zurecht, denn die ersten Rahmendaten der Sportlimousine, die Ende 2017 in den USA und Europa auf den Markt kommen soll, lesen sich sehr spannend: ein 3,3-Liter-V6-TwinTurbo soll nach aktuellem Stand 286 kW (365 PS) leisten und seine Kraft über die Hinterachse auf die Straße bringen! Moment, nochmal 2 Zeilen hoch – steht da wirklich Kia?! Jawoll, Kia! Klingt komisch, ist aber so. So motorisiert soll der Kia Stinger („Was ist das für 1 krasses Modell vong Name her!?“) in 5,1 Sekunden auf 100 km/h spurten und eine Spitzengeschwindigkeit von 269 km/h erreichen.

Möglich macht das ein Treibsatz aus der Lambda II Motorenfamilie, welche man bereits aus dem Hyundai Genesis Coupé kennt. Dort in einer freisaugenden 3,8-Liter-Variante (Lambda II RS – G6DA, später auch Lambda II RS GDI – G6DJ), welche leider nicht gerade eine Ausgeburt an Fahrspaß und Emotionen war. Für die Stinger-Limousine soll das anders werden: in Twin Turbo (bzw. BiTurbo) Bauweise machen zwei Turbolader dem 3,3-Liter-V6 mächtig Dampf und sorgen dafür, dass das Drehmoment von 510 Nm zwischen 1.300 und 4.500 Umdrehungen anliegt.

Kia Stinger Sportlimousine

An die Hinterräder gelangt die Kraft über eine Kia-eigene 8-Gang-Automatik. Über eine Wandlerüberbrückung mit Zündunterbrechung für knackig, schnelle Schaltvorgänge liest sich in der ersten Pressemitteilung leider noch nichts. Dafür gibt es die Limousine wahlweise auch mit Allradantrieb, welches laut Kia dank Torque-Vectoring-System auch in der Lage sein soll, die Kraft auf einzelne Räder zu verteilen. Wichtiger aber: die Variante mit Hinterradantrieb bekommt eine mechanische Sperre. Drift olé! Verzögert wird mittels Brembo-Anlage mit Vierkolben-Bremssätteln vorn.

Mal von den technischen Daten abgesehen: sieht das Ding nicht scharf aus? In der Seitenansicht ein kompakter Panamera mit wunderschön langezogenem Fließheck, von hinten das Ergebnis eines Schäferstündchens zwischen Dodge Charger und Maserati GranTurismo. Und dann dieses Interieur! Sicher, ein kleines bisschen Korea-Chic blitzt da noch durch. Aber diese Lüftungsdüsen und die Schalterleiste für’s Infotainment unmittelbar darunter – ganz fein. Nur: der Museumsleiter für automobile Scheußlichkeiten der 80er und 90er Jahre hätte gern seinen Automatikkrückstock wieder. Ernsthaft: wie ist dieses so unfassbar hässliche Bauteil ins Auto geraten? Und wie um alles in der Welt konnte Peter Schreyer – der Mann, der den Koreanern ein so wunderbares Design verpasst hat – dieses Ding durchgehen lassen?

Kia Sportlimousine Innenraum

Man weiß es nicht. Auch nicht, was die Preise angeht. So oder so dürfen wir Petrolheads uns freuen, dass nun eine weitere sportliche Alternative im Umfeld von 3er, A4 und C-Klasse auf’s Parkett tritt. Bleibt zu hoffen, dass die Koreaner an den Fahrspaß gedacht haben. Mit Albert Biermann, dem ehemaligen Entwicklungschef der BMW M GmbH, haben sie dort jedenfalls jemanden am Ruder, der weiß, was er tut und sich auch für die Entwicklung des Hyundai i30 N Sportmodells verantwortlich zeichnet. Und von dem bin ich – nach unserem Treffen am Nürburgring – ja mehr als angetan. Nun müssen beide Modell dieses Fahrspaßversprechen nur noch einlösen.

Text: sb
Bilder: Kia