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Alles Ringtool oder was? Das Dilemma der eigenen Auto-Bucketlist und der Suche nach einem Ringtool

November 13, 2015 Aus dem Leben eines Enthusiasten, Nürburgring Nordschleife 80 Kommentare

Ach, es ist kompliziert! Als Petrolhead hat man’s halt nicht leicht. So viele schöne Autos, welche die Welt für uns bietet, unmöglich sie alle zu besitzen. Und doch gibt es sicher bei jedem von uns eine gedankliche Bucketlist. Eine Liste an Autos, die man unbedingt mal sein Eigen nennen oder genannt haben will. Und genau vor dieser sitze ich gerade und denke über das kommende Jahr nach…




Welches Ringtool brauchts?

Wie manche von euch wissen, werde ich nächstes Jahr umziehen. München kehre ich den Rücken und das Ziel ist: die Eifel. Natürlich! Die Liebe zur Nordschleife, zum Motorsport und überhaupt ist einfach zu groß. Und schön ist es so ganz beiläufig in der Eifel ja auch noch. Man hat die Nordschleife, weitere traumhafte Landstraßen und Spa ist auch ums Eck.

Ein Umzug in die Eifel bedeutet aber auch: vom öffentlichen Nah- und Fernverkehr kann man sich praktisch verabschieden. In unserer neuen Heimat (der Mietvertrag zum 1.4. ist bereits unterschrieben) fährt ein Bus, klar. Aber halt auch nur genau einmal morgens und einmal abends. Da ich beruflich doch relativ häufig unterwegs bin, muss ich also mobil sein. Und hier schließt sich nun ein wenig der Kreis.

Vor nun bald 3 Jahren habe ich mir eine Lotus Elise gekauft und mir damit einen Kindheitstraum erfüllt. Vor allem habe ich damit aber einen Haken auf meiner Bucketlist gesetzt. Noch offene Punkte dort sind etwa: ein 993 911 und ein Ferrari F355 („träum‘ weiter“, ich weiß – aber hey!). Nun ist die kleine Engländerin ein feines Auto. Mein Plan für nächstes Jahr sieht allerdings eine Jahreskarte vor. Und ganz ehrlich: um 100, 200 oder gar 300 Runden auf der Nordschleife runterzurocken, ist mir das Schätzchen dann doch zu schade und die Sorge vor einem Einschlag (machen wir uns nichts vor, früher oder später MUSS sowas mal passieren) doch zu hoch. Für die Langstrecke bei Kundenterminen ist sie zudem eine ebenso schlechte Wahl.

Von der Elise zum … Tracktool? Langstreckenkünstler? Beidem?

Welche Alternativen gibt es also? In der Garage steht ja noch ein smart und – da merkt man wieder, dass ich andere „Komfortschwellen“ habe, als übliche Menschen – der reicht mir auch für die Langstrecke. Kein Scherz! Dann wäre der Lotus aber immer noch die einzige Wahl für die Nordschleife. Nicht gut. Ich könnte natürlich noch ein Auto als reines Ringtool dazuholen. Das wäre dann aber Auto Nummer 4 im Fuhrpark. Sinnlos. Oder eben: der Lotus geht weg und stattdessen kommt etwas, das als Ringtool taugt und trotzdem auch mal auf der Langstrecke bewegt werden kann – dann könnte auch der smart weg.

In Frage kämen da jetzt natürlich ein paar Autos: so ein Audi RS4 B7 zum Beispiel. Hecklastiger, starrer Allradantrieb, 420 PS aus einem Hochdrehzahl-V8 und: handgerissen! Oder das Tracktool schlechthin: wieder eine Renault Megané RS. Oder ein Clio III RS – ein Auto, das ich immer wieder für den Nordschleifeneinsatz anhimmle. Oder aktuell auch: ein Toyota GT 86 – was für ein großartig fahraktives Auto und noch dazu mit kaum Kilometern für um die 20.000 zu haben.

Hohe Leistung vs. Hoher Unterhalt – was ist Jahreskarten-tauglich?

Sicher, der Audi ist halt schwer, fraglos. Aber Langstrecke macht er gut und so ein RS4 ein wenig leergeräumt wäre als Ringtool doch auch ganz lustig. Außerdem habe ich auf meiner gedanklichen Bucketlist halt auch noch diesen Punkt, einmal ein Auto mit > 400 PS und einem ausgefallenen Motor zu besitzen. Der Megané hingegen ist das Tracktool schlechthin und taugt auch auf der Straße gut. Aber: hatte ich schon, bevor ich den Lotus gekauft habe. Tja und irgendwie hätte ich auch Lust auf Heckantrieb. Der Clio: hatte ich noch nicht, feines Auto, doch aus irgendeinem Grund wäre Heckantrieb schon fein gerade – nicht, weil ich glaube, dass es besser sei. Einfach nur aus Lust.

Und dann wären da ja noch die Kosten: der GT 86 ist als Tracktool eigentlich unschlagbar. Überschaubare Reifengrößen, niedriges Gewicht. So ein Satz Gummis kostet da selbst als Semi nicht die Welt und der Verschleiß an Bremsen ist überschaubarer, als es beim Baguette der Fall ist – vom RS4 ganz zu schweigen. Aber bei so vielen geplanten Runden muss ja auch der Kostenfaktor durch den Verschleiß berücksichtigt werden. Noch dazu ist so ein GT86 mit Semis, leichten Felgen und Gewindefahrwerk auf der Strecke so leicht nicht zu biegen.

Und was gibt es da sonst noch? Ein Porsche 911 996 zum Beispiel. Mag ich optisch gar nicht, die Vorstellung einen Porsche zu fahren wäre allerdings reizvoll (könnte ein Haken auf der Bucketlist sein). Oder ein Cayman – großartig! Aber auch nur so gerade eben im geplanten Budget und beide im Ringtool-Einsatz möglicherweise auch teuer. Mini? Nä, sorry, gar nichts für mich. Das vielgelobte Handling können auch andere extrem gut – auch wenn der gute Axel (nachvollziehbar) mit seinem Mini auch schon einige Runden runtergerockt hat.

Hilfe!

Ihr seht: es ist ein Dilemma, in dem ich da gerade stecke. Glücklicherweise habe ich noch ein paar Monate Zeit, doch die Fragen beschäftigen mich so sehr, dass ich sogar euch mit diesen Zeilen nerve. Denn natürlich würde ich gerne einen weiteren Haken auf meiner Bucketlist setzen, aber irgendwie hätte ich auch einfach nur ein gutes Ringtool. Da ist da der Megané fast unschlagbar, aber den hatte ich eben schon. Also: was denkt ihr? Kennt ihr das Problem? Habt ihr andere Vorschläge vergleichbarer Autos? Was habe ich in der < 25.000€ Kategorie bisher übersehen, das auf der Rennstrecke Spaß macht, aber auch mal für die Autobahn herhalten kann? Lasst es mich wissen!