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Testosteron kompakt: smart Brabus fortwo (453) im ersten Fahrbericht

Juli 19, 2016 Fahrerlebnis, Unterwegs 10 Kommentare

Normalerweise erwartet ihr an dieser Stelle sicherlich keinen Bericht über ein Fahrzeug, welches gerade einmal 109 PS in der Zulassungsbescheinigung ausweist, eine, das eigentlich zu klein für das Segment der Kleinstwagen ist und Komponenten mit Renault teilt. Was aber, wenn der selbe Untersatz über Heckantrieb, einen Heckmotor und über eine 10 cm breitere Spur als das Serienfahrzeug verfügt? Klingt interessanter, oder?

Spätestens beim Namen BRABUS spitzt ihr die Lauscher! Der smart BRABUS fortwo ist in seiner Neuauflage endlich verfügbar! Ohne Grenzen nach oben sorgt er für ganz viel Spiel und Spaß – nicht nur in der City, sondern auch auf dem Racetrack.




smart BRABUS fortwo 453

„Was anderen die Stirn in Falten legt, bringt meine Stirn ins Schwitzen. Wie eine Knutschkugel auf Amphetaminen: die 170 Nm Drehmoment des Dreizylindermotors mit 109 PS sind reichlich Leistung um damit auf der Rennstrecke zaubern zu können. Fast schon infektiös versucht Mercedes’ Stadtauto dir den Spaß aufzudringen, ob du willst oder nicht.“

– Wer den aufgepumpten Brabus mit seinen Muskeln in Begleitung weiblicher Muskeln und Rundungen genießen will, der schaut sich am besten Stefans Story zum smart Brabus fortwo cabriolet auf mancve.com an

Das stark überarbeitete DCT ist nun saustark, vor allem aber sauschnell. Die Schaltvorgänge über die Schaltpedals laufen 40 % schneller ab als im Serienauto. Noch nie hat der Knirps schneller geschaltet – und das hoch wie auch runter, kontinuierlich mit Schaltwippen oder durch die Software gesteuert. Kein Murren, kein Zicken, noch nicht einmal der perfekte Schwiegersohn könnte so glatt geleckt sein. Ein Traum für smart-Besitzer ist ebenfalls die dynamische Lenkung – Kurbeln gehört der Vergangenheit an – bei harter Fahrweise wirkt diese überraschend direkt und wohl abgestimmt. Der Traditionstuner aus Bottrop hat sich gleichzeitig auch der Bremsanlage angenommen, die das gerade einmal 995 kg leichte Coupé gefühlt auf der Grundfläche eines Gartenhäuschen zum erfolgreichen Zwangsstopp bringt. Verzögerung mehr als ausreichend!

Klingt alles schön, doch das soll alles sein? Weit gefehlt, denn das eigentliche Highlight ist das unaufhörlich Bodenkontakt-suchende Fahrwerk in Verbindung mit der mordsbreiten Spur, der manches GoKart neidisch machen könnte. Der breite Gang zeugt allerdings von einem, nämlich richtig dicken Eiern! Kein Aufschwanken folgert ein unfassbar direktes Feedback an den Fahrer, was wiederum das Selbstbewusstsein steigert, nicht aber übersteigert. Grandiose Abstimmung! In Verbindung mit der breiten Spur haben wir es uns nicht nehmen lassen einige Hotlaps auf den Rennstrecke abzureißen.

Zwar macht sich hier der perfide Charakter des smart erst recht bemerkbar, doch ich lebe ja nach der Philosophie, dass ein schwer zu handelndes Fahrzeug eben einen viel größeren Reiz bietet dieses zu meistern und an den Herausforderungen zu wachsen. Möglich macht dies überhaupt erst das in den Urlaub geschickte ESP, der Bruder aus den Südstaaten passt so gewissenhaft auf das Haus auf wie die christliche Kirche auf seine Jugend – absolut gar nicht und das auch noch unverblümt gekennzeichnet. Ihr könnt euch vorstellen wie schwierig es ist auf dem Rodeo-Bullen zu reiten. Mit dem smart könnt ihr ohne Probleme ähnliche Fahrdynamische Situationen nachstellen, denn eine richtige schnelle Rundenzeit holt ihr auf Anhieb nicht aus dem smart raus. Super kurzer Radstand und Heckantrieb klingen nach einer Herausforderung – super! Insgeheim driftet man dann doch entlang der Clipping-Points der Kurven-Scheitelpunkte so unfassbar tänzelnd, dass selbst die Zuschauer euch abfeiern.

Warum man zwar die Ideallinie halten kann, aber das starke Untersteuern beim Tritt auf den Pin in direkter Verbindung mit der Einleitung eines Drifts durch das Lift-Off-Oversteer zwar ein enormer Funfaktor sind, nicht aber die besten Voraussetzungen für Bestzeiten bieten, erklärt euch sicherlich der Sebastian nochmal ausführlich.

smart BRABUS fortwo 453

Vergesst dabei nicht, dass der 900 cm Dreizylinder Turbomotor gerade einmal 109 PS, dafür aber 170 Nm Drehmoment generiert, die der Zwerg kaum verarbeiten kann. Nich weiter schlimm, denn durchdrehende Räder gehören auch irgendwie zum BRABUS-Image. Es ist allerdings kein „WOAH“-Moment, denn Softwareoptimierung, geänderte Einspritzdüsen und ein erhöhter Ladedruck reizen solch ein Miniaturformat schnell aus. Nichtsdestotrotz kann man ruhig zugeben, dass für den Alltag 9,5 Sekunden von 0 auf 100 im smart nicht nur bei den Bundesjugendspielen zur Bestleistung reicht, sondern auch das Vereinsheim ausrasten lässt – spätestens wenn wir den Korso zum Aufstieg in die 5. Liga auf der Autobahn mit knapp 170 km/h anführen.

Aber auch in der City macht Mercedes’ Stadtauto im Stand auf sich aufmerksam. Sei es in den auffallenden Sonderlackierungen wie cadmiumrot oder atomic yellow – die Blicke sind auf euch gerichtet. Bock auf ein Ampelduell? Kein Ding, wir haben ja einen BRABUS unterm Hintern, der natürlich eine Launchcontrol besitzt. Ihr entkommt den Blicken einfach nicht mehr und das hat viele Gründe.

smart BRABUS fortwo 453

Zum einen wären da die auffällig gestaltet Frontpartie mit Frontspoiler, die Monoblock IX Wheels oder der Diffusor mit zwei Endrohren darunter. Im Inneren ist dann jeder smart BRABUS einzigartig, zumindest wenn er „tailor made“ bestellt wird. Hierbei werden dem Kunden alle, aber wirklich alle Freiheiten eingeräumt das Interieur mit zu gestalten. Wenn der Sattler eben Pikachu auf den feinen Nappa-Lederbezug des Beifahrersitz sticken soll, dann macht er das noch gerne in Handarbeit in Bottrop. Armaturen in Krokodilleder sind wirklich nicht mehr zeitgemäß, wären allerdings ein Hingucker – ich bin mir sicher es ist nur eine Frage von Wochen, ehe im Ruhrpott der erste Crocosmart die Hallen des Edeltuners verlässt.

Keine Limits, egal ob Ausstattung oder Endpreis. Er bleibt ein Unikat und etwas ganz besonderes, denn diesen surreale Mix aus Supersportwagenannehmlichkeiten und Cityflitzer-DNA kann man sich doch gut vorstellen. Vor allem als Cabrio.

Vielen Dank an Stefan von mancve.com (sprich: Man Cave), der mich beim smart Brabus Fahrevent vertreten hat!

Text: Stefan Maaß von mancve.com
Fotos: Werk

Technische Daten

smart BRABUS fortwo

Motor-Bauart:
Dreizylinder DOHC mit Abgasturbolader, Saugrohreinspritzung und 6-Gang-Doppelkupplungsgetriebe twinamic
Hubraum:
898 cm³
Leistung:
80 kW / 109 PS bei 5.750 U/Min
Drehmoment:
170 Nm bei 2.000 U/Min
Höchstgeschwindigkeit:
165 km/h
Beschleunigung (0-100 km/h)
9.5 Sekunden
Verbrauch (innerorts / ausserorts / kombiniert):
5.2 L / 4.1 L / 4.5 L SuperPlus (ROZ 98)
Grundpreis smart BRABUS fortwo:
19.710 €
Leergewicht:
995 kg
Max. Zuladung:
200 kg
Abmessungen (Länge/Breite/Höhe):
2.740 m / 1.663 m / 1.543 m

Disclosure zur Transparenz

Ich wurde von smart nach Düsseldorf eingeladen. Reisekosten und Verpflegung wurden von smart übernommen. Der Text spiegelt meine persönliche Meinung wieder.

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